„Alle finden´s Scheiße, aber alle machen sie mit.“ –

Aus dem Küchenlied  „Testament“ von Sarah Lesch

 

Ob alle den Krieg in der Ukraine „Scheiße“ finden, muss in Frage gestellt werden. Feststeht, dass Politik und Medien sich alle Mühe geben, den Menschen zu suggerieren, er sei notwendig, weil es um die Verteidigung von Demokratie und Internationalem Recht geht. Dabei offenbaren die wirtschaftlichen Folgen des Krieges schon längst, dass es für die USA und in der Konsequenz auch für uns vor allem um Wirtschaftsinteressen geht und der Krieg als ein probates Mittel angesehen wird, sie durchzusetzen.

In diesem Artikel soll es nicht darum gehen herauszustellen, was die Wirtschaftsinteressen im Einzelnen sind und welche Abhängigkeiten zu den USA die Europäer veranlasst hat, die ukrainische Seite aufzurüsten. Es geht auch nicht darum, die militärischen Erfolge der Ukrainer und die militärischen Fehler der Russen zu kommentieren und zu bewerten.

Es soll das Argument geführt werden, dass nicht die Ukraine Krieg gegen Russland führt, sondern die USA. Es ist eben kein Stellvertreter-Krieg, wie Experten immer wieder behaupten, in dem die Ukrainer durch Militärhilfe in die Lage versetzt werden, die russischen Invasoren zu besiegen, sondern eine direkte militärische Konfrontation zwischen Amerika und Russland. Wenn die Europäer das nicht begreifen und die amerikanische Kriegführung weiter unterstützen, leisten sie eine Eskalation Vorschub, an deren Ende der Einsatz von Nuklearwaffen steht. Herr Putin weiß, dass der Gegner in der Ukraine nicht die Ukrainer sind, sondern die USA. Vor diesem Hintergrund hat er nicht mit dem Einsatz von Nuklearwaffen gedroht, sondern vor der Eskalationsgefahr gewarnt. Nun aber zu meinen Argumenten.

Beginnen wir mit der Lieferung von schweren Waffen an die Ukrainer. Es ist vergleichbar mit der Ausstattung einer Schule mit Apple-Computern und I-Pads. Ohne Ausbildung und Erfahrung in der Nutzung der Geräte und einer Aufgaben-orientierten Vernetzung der Geräte und Prozesse ist eine solche Beschaffung nutzlos. Gleichzeitig soll der bisherige Lehrbetrieb weiterlaufen. Eine solche Veränderung, die eine Kulturveränderung ist, braucht Zeit, vor Allem aber braucht sie Führung.

Die ukrainische Armee mit modernen schweren Waffen auszurüsten, ist nutzlos. Deren militärische Kultur, die immer noch in den alten Mustern sowjetischer Prägung tickt, hatte weder die Zeit noch die Führung, um sich auf eine moderne Kriegsführung nach amerikanischen Standards auszurichten. Amerikanische Ausbildungsprogramme in dieser Richtung, die in den letzten 10 Jahren durchgeführt wurden, reichen nicht aus, um den russischen Streitkräften Paroli zu bieten. Die hatten sich nämlich schon längst technisch und mental nach den Grundzügen moderner Kriegführung ausgerichtet. Dass sie ihre Ziele nicht wie erwartet in kürzester Zeit erreicht haben, lag nicht an dem heldenhaften Kampf der Ukrainer und auch nicht an den Fehlern, die gemacht wurden. Das erfolgreiche „Zurückkommen“ der Ukrainer in den Krieg kann meines Erachtens nur eines bedeuten. In den entscheidenden Bereichen wird er proaktiv von den USA geführt. Nicht die Ukrainer führen einen Stellvertreter-Krieg gegen Russland, sondern Amerika selbst führt diesen Krieg. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Wesensmerkmale der modernen Kriegführung vorstellen, die meine Schlussfolgerung belegen.

Luftraum-Koordinierung

Kampfhandlungen finden gleichzeitig in der Luft, am Boden und zu Wasser statt. Jagdflugzeuge sind in der Luft, um eigene Truppen und Infrastruktur vor Angriffen der russischen Luftwaffe zu schützen. Ukrainische Kampfflugzeuge fliegen Bomben-Einsätze zur Unterstützung des Bodenkampfes. Drohnen sind in der Luft, um aufzuklären. Weitschießende Artillerie feuert großkalibrige Geschosse auf russische Positionen. Fallschirmjäger werden aus Transportflugzeugen abgesetzt. Hubschrauber fliegen Spezialkräfte zu ihrem Einsatz. Alle diese Aktivitäten finden im selben Luftraum statt. Wenn die nicht zentral nach Zeit und Höhe koordiniert und geführt werden, käme es zu einem gefährlichen Chaos. Das würde nicht nur eine effektive Kriegsführung nachhaltig verhindern, sondern zu Verlusten ohne Einwirkung des Gegners führen.

Luftverteidigung

Jeden Tag fliegt die russische Luftwaffe massive Angriffe auf ukrainische Ziele. Aufgabe der ukrainischen Luftverteidigung ist es, diese Angriffe abzuwehren. Dazu stehen ihr Jagdflugzeuge und Flugabwehrraketen zur Verfügung. Ukrainische Bodentruppen besitzen eine eigene mobile Luftverteidigung. Sie besteht aus Systemen wie den von Deutschland gelieferten Gepard Flugabwehr-Panzer, Ein-Mann Raketen(Stinger) sowie Flugabwehr-Kanonen und Maschinengewehren. Kriegsschiffe schützen sich vor Angriffen mit Flugabwehr-Kanonen. Gleichzeitig zu den russischen Luftangriffen bewegen sich ukrainische Kampfflugzeuge, Transportflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen über dem Kriegsgebiet. Die müssen vor der eigenen Luftverteidigung sicher sein und dürfen nicht abgeschossen werden. Das bedarf einer zentralen Koordination und Führung.

Landkriegsoperationen

Der Oberkommandierende der alliierten Koalition im 2. Golfkrieg („Desert Storm“), US-General Norman Schwarzkopf sagte damals, dass im Kampf seine Soldaten nach vorn schauen sollen und nicht nach oben. Die Hauptaufgabe von Luftraumkoordinierung und Luftverteidigung besteht darin, Landstreitkräfte zu unterstützen. Die allein sind im Krieg in der Lage, Land in Besitz zu nehmen bzw. zurückzuerobern und damit einen Gegner zur Aufgabe seiner aggressiven Absichten zu zwingen oder sogar zu besiegen. Die ukrainische Armee wäre nur dazu in der Lage, wenn alle Kriegsoperationen aus einer Hand geführt werden.An dieser Stelle soll es mit den Beispielen genug sein.

Um in diesen Bereichen (und einigen mehr) professionell zu planen und minutiös zu führen, braucht es eine lückenlose Aufklärung in Echtzeit, verzugslose und standardisierte Kommunikation vom Führungsstab zu den kämpfenden Einheiten von Luftwaffe, Heer und Marine und umgekehrt sowie digitale Vernetzung. Ohne Satelliten wäre das alles nicht möglich. In all diese Fähigkeiten einer modernen Kriegsführung sind die Amerikaner nicht nur unerreicht, sondern Beispiel gebend für die Streitkräfte andere Länder wie die Großbritanniens, Frankreichs, Chinas, Russlands und auch der Bundeswehr. NATO-Stäbe, die mit Planungsoffizieren ihrer Mitgliedsländer besetzt sind, funktionieren nach dem US-amerikanischen Vorbild. Sie sind, zumindest bei Übungen, in der Lage, moderne Kriege zu planen und zu führen. Wenn es aber ernst wird, geht nichts ohne die Führung der Amerikaner.

Vielleicht verstehen sie jetzt meine Feststellung, dass der Ukraine-Krieg ein amerikanischer Krieg ist. Die Ukrainer hätten trotz massiver Militärhilfe aus dem Westen keine Chance, diesen Krieg gegen Russland zu gewinnen. Sie sind lediglich das Schwert, das die blutige Arbeit verrichten soll. Das Hirn sind Amerikaner, die nicht in Kiew sitzen, sondern in einem Hauptquartier irgendwo in den USA, in Europa, in Deutschland, von wo sie planen und führen. Sie könnten sich auch auf dem Mars befinden. 300 000 km/s machen es möglich.

 

 

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